Aus ehrenamtlichen Jugendgruppen entwickeln sich seit den 90er Jahre zielgruppenspezifische Jugendzentren für junge Lesben, Schwule und Bisexuelle. Beginnend 1998 mit dem „anyway“ in Köln entstanden diese wenigen diskriminierungsfreien Orte, in denen die Jugendlichen erfahren, wie „normal“ es ist lesbisch oder schwul bzw. bisexuell zu sein, andere junge Menschen in ähnlicher Lebenssituation treffen und wichtige Unterstützung erfahren ausschließlich in einigen Großstädten. Noch lange kann nicht von einem flächendeckenden Netz gesprochen werden, in dem es für alle lesbischen, schwulen und bisexuellen Jugendlichen ein erreichbares Angebot gibt.

Die Arbeit mit jungen Trans*personen hat sich im Rahmen der LesBiSchwulen Organisationen erst in den letzten Jahren entwickelt.

In der herkömmlichen Jugendarbeit waren / sind bisher sowohl die Lebenssituation von jungen Lesben, Schwulen und Bisexuellen noch die Lebenssituation von Trans*personen kaum ein Thema gewesen. Auch Strategien zum Abbau von Homophobie / Heterosexismus und Trans*phobie unter Jugendlichen gibt es beinahe nicht. Gleichwohl bietet die außerschulische Jugendarbeit viele Möglichkeiten und Ansatzpunkte lesbische, schwule und bisexuelle sowie trans* Jugendliche auf ihrem teilweise schwierigen und meist einsamen Weg zu unterstützen. Zugleich profitieren alle jungen Menschen davon, wenn die Jugendarbeit ihre Potentiale nutzt, um Homophobie und Trans*phobie abzubauen und sich für eine Kultur der Vielfalt einzusetzen.

Selten fehlt es hier an Bereitschaft. Mangelnde Sichtbarkeit von jungen Lesben, Schwulen und Bisexuellen sowie Trans*personen, eine geringe Sensibilität und Unsicherheiten bei der Frage „WIE?“ verhinderten allerdings bisher, dass Jugendarbeit das Thema aufgreift.

Hier unterstützt „gerne anders!“ NRW, gefördert aus dem Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW, mit Sensibilisierung, Beratung, Weiterbildung und Vernetzung.