
v.l.n.r.: Stefanie Tappe, Miriam Schulz, Heike Holtkamp, Frank Müller MdL, Elisabeth Buhrmann, Torsten Schrodt, Wibke Korten, Prof. Dr. Melanie Groß, Jörg Seidel, Prof. Dr. Andrea Nachtigal, Eileen Woestmann MdL, Annika Fülling, Volker Haasper-Rückert, Edeltraud Klabuhn, Katrin Bade, Hannah Huesmann Trulsen, Jo Jonas, Jens Kamieth MdL
Wieso? Weshalb? Warum? Safer Spaces, rechtliche Stärkung und konkrete Praxisansätze im Fokus
Am 4. Mai 2026 hat die GERNE ANDERS – NRW Fachberatung zusammen mit der Stadt Duisburg zum 14. landesweiten Fachtag „Junge LSBTIN* & Jugendarbeit“ eingeladen. Eine Vielzahl von Fachleuten aus der Kinder- und Jugendhilfe, aus Politik und Forschung beleuchten die aktuellen Herausforderungen in und die erforderlichen Fortschritte für die Arbeit mit LSBTIN* Jugendlichen.
LSBTIN* Jugendarbeit steht heute zwischen zwei Polen: Wachsende Professionalisierung auf der einen und zunehmender politischer Druck auf der anderen Seite. Gleichzeitig entwickeln Fachkräfte als auch Jugendliche zunehmend kreative und widerständige Strategien, um auf gesellschaftliche Verschiebungen zu reagieren.
Diese Entwicklungen betreffen die Aufgaben der (Offenen) Jugendarbeit!
Prof Dr. Andrea Nachtigal untersuchte den wachsenden queerfeindlichen Backlash. Rechte und rechtskonservative Diskurse stellen die Fortschritte in der Gleichstellung zunehmend infrage, wobei insbesondere trans* Personen vermehrt Ziel von Anfeindungen werden. Auf Basis aktueller Studien wurde die Bedeutung von Safer Spaces von Prof. Dr. Melanie Groß unterstrichen. Sie wirken nachweislich empowernd und bieten Jugendlichen Möglichkeiten zur Selbstverortung, zum Austausch und zur Entwicklung von Resilienz.
Ein wichtiger Aspekt war die Frage, weshalb spezifische LSBTIN* Jugendarbeit unerlässlich ist. Zusätzlich zum grundlegenden Auftrag der Jugendarbeit, sich an den Lebenswelten junger Menschen zu orientieren, haben die rechtlichen Entwicklungen der letzten Jahre die Position von LSBTIN* Jugendlichen institutionell gestärkt. Daraus ergibt sich ein eindeutiger Handlungsauftrag für die Kinder- und Jugendhilfe, ihre Konzepte systematisch auszubauen, weiterzudenken und ihre Fachkräfte weiterzubilden.
Neben den Fachvorträgen bot der Fachtag wie immer Raum für Austausch, Praxisdiskussionen und Vernetzung. Vertreter*innen aus Jugendeinrichtungen berichteten aus ihrer Arbeit und diskutierten konkrete Herausforderungen und Handlungsansätze vor Ort. Auch die nordrhein-westfälische Jugendministerin, Verena Schäffer, unterstrich mit ihrem Besuch die gesellschaftliche Relevanz der Thematiken und tauschte sich hierzu in einem Podiumsgespräch mit ehrenamtlich Tätigen der together-Jugendtreffs aus.
